DORTBUNT.city 2024 – KONZERTHAUS MEETS RISING STAGE | 04. Mai

 

POP, FUNK, ROCK UND KINDERMUSIK IM BRÜCKVIERTEL

Wie auch im vergangenen Jahr bespielt DORTMUND KREATIV zusammen mit dem Konzerthaus Dortmund für das Stadtfest DORTBUNT.city am 04. Mai in der Zeit von 11:30 bis 20:00 Uhr die Kreuzung Brückstraße | Ludwigstraße | Gerberstraße mit einem abwechslungsreichen und hochkarätigen Live-Musik-Programm.

Das Konzerthaus nutzt sein Foyer sowie die Open Air-Bühne für Konzerte und Mitmach-Aktionen und DORTMUND KREATIV bespielt eine mobile Scherenbühne – die Rising Stage – mit Dortmunder Musiker*innen. Das Programm wechselt immer zwischen den beiden Bühnen.

 

HIER DAS PROGRAMM AM 04. MAI:

11.30–13.00 Uhr
KONZERTHAUS FOYER
Creative Family Orchestra
(Community Music Workshop für Kinder ab 6 Jahren zum Mitmachen)

14.00–15.00 Uhr
RISING STAGE
Dammnation (Funk, Soul)

15.00–16.00 Uhr
KONZERTHAUS-BrückStage
Johannes Stankowski (Kinderlieder-Singer/Songwriter)

16.00–17.00 Uhr
RISING STAGE
Das Große Los (Rock/Pop)

17.00–18.00 Uhr
KONZERTHAUS-BrückStage
Community Music Workshop (Offene Musiksession zum Mitmachen für Alle)

18.00–19.00 Uhr
RISING STAGE
WAHNSCHAFFE (Pop)

19.00-20.00 Uhr
KONZERTHAUS-BrückStage
Charlotte Brandi (Dream-Pop)


Darüber hinaus ist am 04.05. von 12 bis 16 Uhr die Ausstellung IRGENDWAS MIT FUSSBALL – ZEITGENÖSSISCHE FOTOGRAFISCHE PERSPEKTIVEN im SUPERRAUM in der Brückstraße 64 zu sehen. 


 


ÜBER DIE KÜNSTLER*INNEN

Creative Family Orchestra
Familiensamstag im Konzerthaus Dortmund
Ob jung oder alt, Nordstadt oder Südstadt, Stadion oder Brückstraße… Dortmund ist bunt, und wir sind es auch! In unseren zahlreichen Angeboten versammeln wir alle, die Lust haben auf Musik, Gemeinschaft, Kreativität, Austausch und Respekt. Alle sind willkommen und können ihren Teil, ihre Geschichte und ihre Energie einbringen. Schaut vorbei, ruft uns an oder schreibt uns eine Mail! Alle Angebote sind kostenfrei.

Dammnation
Dammnation ist die wahrscheinlich brutalste neue Band der Dortmunder Szene.
Triefender, ehrliche instrumentaler Funk, der einen die Lippen noch vorne schieben lässt, der einen zum Grooven bringt, der den Damm lockert und die Energien einfach fließen lässt.
Dammnation ist Music for Dammmassage,mit einer Verneigung in Richtung Meters und dem späten Grant Green. In dem einen Moment tanzen und schwitzen wir in einem viel zu engen Club mit viel zu stickiger Luft irgendwo in New York, im nächsten sitzen wir an der Westküste Sardiniens, trinken Campari Spritz mit einer Scheibe Zitrone, blicken verträumt in den Sonnenuntergang und summen schnulzige italienische Lieder über die Liebe.

Johannes Stankowski
Klangvoll und organisch transportiert der Kölner Liedermacher Johannes Stankowski seine kleinen wie großen Zuhörer mit jedem seiner Songs aufs Neue in eine malerische Welt. Egal ob aus den heimischen Lautsprechern oder bei einem seiner ausgewählten Live-Konzerte in voller Bandbesetzung – Johannes Stankowski holt Kinder und Eltern ab, nimmt sie an die Hand, und zeigt ihnen das bunte Leben abseits von Smartphones, Netflix und Co. Mit Leichtigkeit erzählt er in seinen folkigen Pop-Songs lebensnahe Geschichten aus dem Alltag, und schafft zwischen den Zeilen doch noch so viel mehr als das. Johannes Stankowski ist die lang gesuchte Antwort auf die Frage nach wertiger, handgemachter Kindermusik.

Das Große Los
„Los zu gehen bedarf es wenig“. Und hier ist der Weg: Alan Kassab am Bass (u.a. Hendrik Otremba, Nathan Gray, Lobby Boy), Eike Jamelle am Schlagzeug (u.a. Otis Optic, vs.ROME, Lobby Boy) und David Bartelt an Gesang und Gitarre sind DAS GROßE LOS.
Die Dortmunder Band ist 2023 aus den Mitgliedern von Lobby Boy hervorgegangen.
Deutsche Texte fernab von Fahrstuhlschmalz – Punk ist aber auch was anderes. Das darf man getrost Indierock nennen. Melodie und Rhythmus. Mit Wumms. Mit Selig, den Beatles und Queens of the Stoneage in einer gemischten Tüte. Nicht nur für den Herren.
Derzeit arbeitet die Band im Microstudio in Dortmund bei Joachim Serges an neuen Songs. Neben diesen wird es auch etwas von der Vorgängerband Lobby Boy zu hören geben.

Community Music Workshop
Offene Musiksession zum Mitmachen für Alle
Dortmund ist bunt, und wir sind es auch! In unseren zahlreichen Angeboten versammeln wir alle, die Lust haben auf Musik, Gemeinschaft, Kreativität, Austausch und Respekt. Alle sind willkommen und können ihren Teil, ihre Geschichte und ihre Energie einbringen. Schaut vorbei, ruft uns an oder schreibt uns eine Mail! Alle Angebote sind kostenfrei.

WAHNSCHAFFE
Das Alternative Pop-Duo WAHNSCHAFFE besteht aus den Wahlkölnerinnen Sophia Wahnschaffe und Hanna von Tottleben, die bereits seit ihrer Jugend zusammen musizieren. Ihre enge menschliche und musikalische Verbundenheit wurzelt in den frühen Zwanzigern beider Künstlerinnen, als sich ihre Pfade in unterschiedlichen Bandformationen kreuzten. Sophia, eine Absolventin der renommierten Hochschule für Musik und Tanz in Köln, hat sich mit ihrer eindrucksvollen Begabung als Songwriterin ins Rampenlicht gespielt. Parallel dazu hat Hanna von Tottleben, die ihre Kunstfertigkeit am Bass an der ArtEZ Hogenschool voor de Kunsten
perfektionierte, sich sowohl als Bassistin in diversen Bandprojekten als auch als Produzentin einen Namen gemacht. Zusammengeführt durch ihre musikalische Synergie, transformierte sich das, was einst als Sophias Solo-Projekt mit Hannas Unterstützung begann, in ein ausgereiftes Duo-Konzept. Dieser kreative Funke wurde Ende 2019 während einer inspirierenden Support-Tour für die Indie-Rockband Neufundland entzündet.

Charlotte Brandi

Zwei Jahre nach der EP “An das Angstland” veröffentlicht Charlotte Brandi ihr zweites Studioalbum “An den Alptraum”. Und damit nicht nur ihren ersten deutschsprachigen Longplayer, sondern auch ein rein unter FLINTA-Beteiligung produziertes Werk. Es geht um Männer, Frauen, die Angst, das Geld, den Tod und den Beitrag zur Revolution. Diese Platte jedenfalls ist einer.

Die Entscheidung, das Album nur mit weiblichen oder weiblich gelesenen Personen umzusetzen, war eine gegen die Bequemlichkeit und für den überfälligen Paradigmenwechsel in der Musikwelt. “Kulturelle Neubesetzung wird nicht aus Komfort geboren und meines Wissens nach gibt es ein rein weiblich produziertes Album auf dem deutschen Markt noch nicht. Und wäre ich heute 14, würde ich dadurch lernen, dass es geht”, sagt Charlotte Brandi. Hinter diesem Idealismus steht auch eine Künstlerin, die keinen Bock mehr auf Machtkämpfe im Studio mit männlichen Kollegen hat. “Ich habe mich während der Albumproduktion zum ersten Mal kein einziges Mal gefühlt wie ein kleines Mädchen”, sagt Brandi über ihre Früchte konsequenter feministischer Prozessoptimierung.

Thematisch rasiert Brandi die stoppelige Gegenwart und führt den Tonfall ihrer EP von 2020 fort, wird sogar noch fordernder, schärfer und präziser. Im Spiegelsaal der Selbstentwürfe erkennt und verbrennt sie einige davon, wie in “Die letzte Brücke”: “Es ist seltsam, aber nachts wenn alles schläft/ Rast mein Kopf voll angestauter Träume/ Ich habe keinen von ihnen bisher gelebt”. Stimmt ja auch: Die meiste Zeit des Lebens befinden wir uns in einem Zustand, in dem zwar nicht mehr alles möglich ist, aber doch noch einiges – und trotzdem tut die Erkenntnis immer wieder ein bisschen weh, nicht mehr alles sein und werden zu können. Charlotte Brandi legt gleichzeitig die Finger in diese Wunde und pustet drauf.

Die stilistische Bandbreite reicht von einem A-Capella-Chor im Opener “Der Ekel” über Jodel-Interpretationen zu klassisch amerikanischem Fingerpicking in “Todesangst”, das hier gekonnt die beunruhigenden Lyrics auffängt: “​​Wie ein Blutgerinnsel liegt die Angst hinter meiner Stirn/ Du machst nicht den Eindruck, als könnt’ uns nichts passier’n”. Brandi zieht wie keine Zweite alle Register des Art-Pop und beweist damit einmal mehr, dass es in der hiesigen Musiklandschaft keine*r mit dieser Vielseitigkeit und ungebremsten Neugier gibt wie sie. Auch ihre schon immer beeindruckende Stimme erreicht auf “An den Alptraum” neue Freiheit und damit Facettenreichtum. Sie flattert, kratzt, stürzt ab, berappelt sich, brilliert ganz oben oder kommt von einem Ort ganz dunkel, ganz unten wie das tiefe Seufzen am Anfang von “Frau”. Diese Brüche und Facetten sind fein und wichtig, das Album atmet und pulsiert dank der Entscheidung, diesen Ungeschliffenheiten ihren Raum zu lassen. Der Brandi-Sound ist zeitlos und stets unter voller Kontrolle, aber nie glatt und umschifft alle Möglichkeiten, sich dem Zeitgeist anzubiedern.

Das augenzwinkernde Wortspiel im Titel verweist auf Entstehungsorte einzelner Songs am Alpenrand, aber auch auf “Eure Heimat ist unser Albtraum”, ein queerfeministischer Sammelband, der mit Deutschland und dem Heimatbegriff abrechnet. In vielerlei Hinsicht ist “An den Alptraum” ein Heimweg nach vorne. Oder zumindest der Anfang davon, die ersten Schritte auf unbefestigtem Gebiet, voller beschwingter Ungewissheit und rationalem Optimismus. Und das Manifest einer außergewöhnlichen Musikerin, die allem trotzt, dem es zu trotzen gilt. Trau dich, Baby, und steig ein.