Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen hat die Geschäftsstelle für das landesweite „K3 KI.Kunst.Kultur – NRW Kompetenznetzwerk“ an das Theater Dortmund vergeben. Das Land fördert den Aufbau und Betrieb der Geschäftsstelle mit rund 2 Millionen Euro vom 1. März 2026 bis zunächst 31. Dezember 2028.
In Dortmund entsteht die NRW-Koordinierungs- und Kompetenzstelle, die den Umgang mit Künstlicher Intelligenz im Kunst- und Kulturbereich in Nordrhein-Westfalen strukturiert, qualifiziert und vernetzt. Ziel ist es, bestehende Kompetenzen sichtbar zu machen, Institutionen landesweit zusammenzubringen und technologische Entwicklungen in künstlerische, gesellschaftliche und kulturpolitische Praxis zu übersetzen.
Konkret wird dies durch ein vernetztes und breitgefächertes Weiterbildungsangebot für Kulturschaffende und Graduierte aller Kunst-Gattungen. Vertiefende interdisziplinäre Anwendung im Rahmen einer KI-Akademie und Residenzen übersetzen die Theorie in praktisch angewandte Exzellenz. Die künstlerische Umsetzung erfolgt dabei in einer verteilten Struktur mit drei Residenzorten: der Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund, dem Center for Literature auf Burg Hülshoff sowie dem Kulturforum Witten. Hier werden die KI-Fellowships in enger Zusammenarbeit konzipiert, produziert und öffentlich erprobt.
Drei Residenzorte – ein gemeinsames Netzwerk
Den initialen Impuls für die erfolgreiche Bewerbung gab die Akademie für Theater und Digitalität am Theater Dortmund. Für das Netzwerkprojekt haben sich 23 Institutionen aus Kultur, Hochschulen und Kulturpolitik in NRW zusammengeschlossen. Gemeinsam bilden sie die Grundlage für ein landesweites, spartenübergreifendes Kompetenznetzwerk.
„Künstliche Intelligenz verändert künstlerische Produktionsweisen, Fragen des Urheberrechts, Ausbildungslogiken und kulturelle Öffentlichkeiten grundlegend. In NRW gibt es bereits zahlreiche exzellente Initiativen und Institutionen – bislang jedoch oft nebeneinander. Die neue Geschäftsstelle sorgt mit Wissenstransfer für Orientierung, Qualitätssicherung und Anschlussfähigkeit“, so das Konzept der Geschäftsstelle.
Dortmund als Standort bringt dafür besondere Voraussetzungen mit: ein gewachsenes Ökosystem aus Kunstinstitutionen, Hochschulen und angewandter KI-Forschung – darunter die Akademie für Theater und Digitalität, das Dortmunder U, die TU Dortmund und die FH Dortmund. Institutionen der internationalen Grundlagenforschung zu KI wie das Lamarr-Institute for Machine Learning and Artifical Intelligence oder der angewandten Forschung zu Robotik wie das Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik (IML) arbeiten seit Jahren vernetzt und erweitern die Gelegenheit für Austausch, Transfer und Kooperation. Ergänzt wird diese Infrastruktur durch die künstlerischen Produktions- und Präsentationsorte in Witten sowie die literarisch-reflexive Expertise auf Burg Hülshoff, die das Netzwerk landesweit verankern.
Aufgaben der Geschäftsstelle sind unter anderem:
- die Entwicklung und Koordination von Weiterbildungs- und Qualifizierungsangeboten für Künstler*innen und Kulturschaffende,
- die landesweite Vernetzung bestehender Akteur*innen und Initiativen,
- die Bündelung und Vermittlung von Wissen zu KI in Kunst und Kultur,
- die Organisation von Transferformaten zwischen Kunst, Wissenschaft und Kulturpolitik,
- die Umsetzung von KI-Residenzen als forschungs- und produktionsorientierte Exzellenzformate in Dortmund, Witten und auf Burg Hülshoff.
Mit dem KI-Kompetenznetzwerk positioniert sich Nordrhein-Westfalen als bundesweiter Referenzraum für KI in Kunst und Kultur. Die Geschäftsstelle arbeitet im Auftrag des Landes NRW auf Basis klar definierter Arbeitspakete, Budgetverantwortung und Berichtspflichten. Ein künstlerisch-wissenschaftlicher Beirat begleitet die Arbeit strategisch.
Der Förderzeitraum der Geschäftsstelle ist bis zunächst 2028 angelegt. Sie arbeitet mit einer schlanken Struktur von durchschnittlich rund vier Vollzeitäquivalenten.
Die Geschäftsführung wird Dr. Philipp Bojahr übernehmen, der seit vielen Jahren erfolgreich an der Schnittstelle von künstlerischer Praxis, innovativen Technologien und kultureller Vermittlung u.a. für das Cologne Game Lab der Technischen Hochschule Köln sowie das Siegerlandmuseum in Siegen arbeitet.