David Nils Müller

David Nils Müller (*2002) ist Fotograf und bildender Künstler. Seit 2022 studiert er Fotografie an der Fachhochschule Dortmund. In seinen fotografischen und installativen Arbeiten setzt er sich mit gesellschaftlichen und medialen Fragen auseinander. Dabei interessiert er sich insbesondere für die Wirkmacht von Bildern, kulturelle Identität und Konsum. Er ist Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Anhand von drei Büchern beschreibt David Nils Müller die Entwicklung seiner künstlerischen Praxis der letzten Jahre. Tomaten in der Winterzeit (2023) widmet sich dem Dorf Bergtal in Kirgisistan, das von deutschen Mennoniten gegründet wurde. In Proposal to Photography (2023) stehen die Grundlagen des fotografischen Bildes im Mittelpunkt. Mit LAZARE (2024) begleitet er einen georgischen Aktivisten während der Proteste gegen das Agentengesetz und untersucht dabei die Rolle unabhängiger Medien.

@davidnilsmueller (Instagram)

Portrait David Nils Müller (Foto: ©Julia Sellmann)
"Tomaten in der Winterzeit" (li.) und "Lazare Grigoriadis" (re.) ©David Nils Müller

Lea Greub

Lea Greub ist Dokumentarfotografin in Berlin und Tbilisi. Sie arbeitet zu sozio-politischen und queer-feministischen Themen, europäischer Politik sowie Alltagsrealitäten queerer Communities. Nach dem Studium an der Münster School of Design schloss sie 2025 die Ostkreuzschule für Fotografie ab und absolvierte eine Residenz bei DIE ZEIT. Ihre Arbeiten wurden international gezeigt, u.a. in den Deichtorhallen Hamburg, bei Photo Elysée, Les Rencontres d’Arles und weiteren Ausstellungen.

Zu Lea Greubs Fotobuch „No Georgian Dream“:
Georgien befindet sich an einem politischen Wendepunkt. Obwohl 89 % der Bevölkerung eine EU-Mitgliedschaft unterstützen, treibt die Regierungspartei Georgian Dream das Land weiter in Richtung Russland und Autokratie. No Georgian Dream dokumentiert den wachsenden Konflikt aus der Perspektive einer jungen Generation im Widerstand. Im Fokus stehen diejenigen, die von politischer Repression am stärksten betroffen sind, darunter Aktivist*innen, Künstler*innen und insbesondere queere Gemeinschaften.

@greuble (Instagram)

Portrait Lea Greub
"No Georgian Dream" ©Lea Greub

Linda Nasdalack

Linda Nasdalack (*1995) ist queere Medienkünstlerin und Researcherin, die transdisziplinäre Kunstpraktiken mit Elementen des intersektionalen Feminismus und der Disability-Justice-Bewegung verbindet. Sie hat ihren Bachelor of Arts an der Fachhochschule Dortmund absolviert und studiert derzeit im postgradualen Diplom an der Kunsthochschule für Medien Köln. Sie lebt und arbeitet ebenda.

Zu Linda Nasdalacks Leporello „Die Schauende“:
Die Arbeit „Die Schauende“ (2022) verbildlicht eine Untersuchung des Begriffs der Normalität und konfrontiert diesen mit der menschlichen Tendenz, das Fremde von Eigenen zu trennen und abzugrenzen. Was bedeutet es, von der Norm abzuweichen? Wie können die aufkommenden Gefühle visualisiert und erzählt werden? Es entsteht ein fotografischer Essay, in dem die gesprächsbasierten Erfahrungen anhand von einer fragmentierten Erzählweise in einem Leporello vereint werden.

@lindanasdalack (Instagram)

Portrait Linda Nasdalack
"Die Schauende" ©Linda Nasdalack

Simon Grunert

Simon Grunert (*1990) studierte Fotografie in Bielefeld und Gent. Seine Abschlussarbeit „Senne“ stand auf der Shortlist des Förderpreises für junge Buchgestaltung. Nach Anstellungen bei der LOOCK Galerie und Hartmann Books machte er sich als Buchgestalter selbstständig. Sein Schwerpunkt liegt auf der Arbeit für Galerien und Verlage. 2023 wurde er als FUTURES-Talent der Triennale der Fotografie nominiert; zuletzt erschien seine Arbeit in Camera Austria International. Er lebt in Berlin und unterrichtet Mathematik und Sport an einer Kreuzberger Grundschule.

Zu Simon Grunerts Fotobuch „Senne“:
„Senne“ ist ein fotografischer Ort. Ausgehend von einer realen Landschaft entwirft die Arbeit eine zugleich vertraute und künstliche Welt, in der Motive deutscher Gegenwart verdichtet und verfremdet werden. Das Aufeinandertreffen von Eigenem und Fremdem, Künstlichem und Natürlichem, Gutem und Schlechtem verschiebt die Grenze zwischen Dokumentation und Fiktion. Es entsteht eine Parallelwelt, die gerade noch plausibel genug ist, um Rückschlüsse auf unsere eigene Wirklichkeit zu erlauben.

@simongrunert (Instagram)

"Senne" ©Simon Grunert