SPITZENLAGE: Open Air Galerie am Westenhellweg

 

Temporäres Ausstellungsprojekt am Gebäudekomplex Westenhellweg 37-41

SPITZENLAGE ist unser neues Ausstellungsprojekt, bei dem Schaufenster- und Fassadenflächen im Stadtraum zu temporären Ausstellungsorten für Projekte aus der Kultur- und Kreativwirtschaft werden.

Für einige aktuell ungenutzte Geschäftsimmobilien in der Innenstadt ermöglichen Eigentümer*innen derzeit kreative Zwischennutzungen. Einen der präsentesten Gebäudekomplexe der Innenstadt – Westenhellweg 37-41 – nutzt DORTMUND KREATIV als Open Air Galerie. Nach und nach kommen weitere kreative Arbeiten in den Schaufenstern hinzu und überraschen im Vorbeigehen.

So präsentiert aktuell der Fotograf Max Slobodda über dem früheren Eingang zu Esprit am Westenhellweg großformatige Bilder aus seiner Serie „Stranger Things“. Slobodda geht der Frage nach, ob es in der heutigen Zeit überhaupt noch möglich ist, Unbekanntes als Wahrheit zu akzeptieren und das bisher Unvorstellbare als Tatsache zu betrachten? In „Stranger Things“ wird das Unverständliche so belassen. Unvoreingenommenheit beim Betrachten eröffnet eigene Sichtweisen und lässt Raum für Fantasie. So können Betrachter*innen sich idealerweise emotional auf das Gesehene einlassen, eigene Antworten in den Bildern finden und das Unbekannte unbekannt bleiben lassen. Max Slobodda hat an der Fachhochschule Dortmund Fotografie studiert.

Marcus Heine zeigt in zwei Schaufenstern (Westenhellweg u. Hansastraße) fotografische Arbeiten aus der Serie ‚Architektur der Simulation‘ (2019-2021). Das Konzept der Serie beschreibt Marcus Heine wie folgt: „Die Idee einer Berechenbarkeit der Wirklichkeit steht im Zentrum dieser Serie, die einem dokumentarischen Ansatz folgend im Umfeld von Forschung und Wissenschaft die Anwendung vielfältiger Simulationen zeigt. Die Motive reichen von der Undurchdringbarkeit hochkomplexer technischer Anlagen und Experimente bis zu Kulissen einer „staged reality“. Hierbei stellen sich Fragen zum Verhältnis zwischen Modell und repräsentierter Wirklichkeit oder welche Notwendigkeiten aus dem Umgang mit Unwägbarkeiten entstehen.“

Bei der im Rahmen der Ausstellung gezeigten Fotografie ‚High-Energy Density Science (HED) Instrument, European XFEL, Schenefeld‘ handelt es sich um eine Aufnahme aus der Experimentierstation HED, die der Erforschung von Materie unter extremen Druck- und Temperaturbedingungen oder sehr starken elektromagnetischen Feldern dient.

Vielfältige Möglichkeiten der Lesbarkeit lassen in einem weiteren Schaufenster am Westenhellweg Steven Natuschs poetische Foto- und Textarbeiten zu. Andree Putz schreibt dazu: „Ausgehend von fotografischen und textbasierten Elementen erschafft Steven Natusch poetische Essays, die elementare Erfahrungen und Bedeutungen von Gefühlswahrnehmungen verhandeln. In Manier des Flaneurs sammelt er mit der Kamera Unmengen an diversen, visuellen Alltagsnotizen und formt aus diesen eine lyrisch visuelle Synergie. ‚Asking for the Sun‘ bildet das subjektive Empfinden von Nostalgie in all seinen disparaten Facetten ab, ohne konkret Antworten zu geben und lädt dazu ein dieser Gefühlswelt nachzuspüren.“

In den Schaufenstern zur Kampstraße zeigt aktuell das ARTIC Magazin einen Rückblick auf fast 30 Jahre Magazin-Geschichte. „Jede Ausgabe des Magazins versammelt bislang unveröffentlichte Texte & Bilder (Essays, Prosa, Grafiken, Fotos etc.) bekannter und weniger bekannter Urheber zu einem jeweils wechselnden Thema. Das bei jeder Ausgabe eigens entwickelte Layout, der handgemachte Umschlag und von Künstlern direkt ins Heft gearbeitete Seiten vervollständigen das Konzert der unterschiedlichen Disziplinen. ARTIC ist ein Non-Profit-Projekt und erscheint alle zwei Jahre.“

Ebenfalls auf der Seite zur Kampstraße haben Szenografie-Studierende der Fachhochschule Dortmund über den Sommer hinweg unterschiedliche Inszenierungen zum Thema „Window to Paradise“ gezeigt. Im Juli gab es eine Installation aus Alltagsgegenständen aus Biomaterialien, Keramik und Glas sowie Plastik zu sehen. Die drei verschiedenen Materialgruppen standen dabei für den Himmel, die irdischen Genüsse und die Hölle. Das Werk nahm Bezug auf den „Garten der Lüste“ von Hieronymus Bosch aus dem 15. Jahrhundert und zielte auf die Bedeutung der Vermeidung von Plastikmüll ab. Ab Mitte Ende September wird dort die nächste Inszenierung zu sehen sein.

In den Schaufenstern zur Hansastraße sind Textbilder aus der Reihe „Die Welt auf einer Scheibe“ zu sehen. Texter*innen, Poet*innen und Literat*innen lassen, gemeinsam mit Gestalter*innen und Typograph*innen, Textbilder entstehen, die Erzählung, Statement, Gedicht und Denkanregung sein können und für kurze Momente des Innehaltens sorgen. Aktuell sind Textbilder von Jan Kempinski und Lea Schütze sowie Dea Sinik und Aurélien Guillery zu sehen.

Interessierte Immobilieneigentümer*innen können sich gerne an DORTMUND KREATIV unter hallo@dortmund-kreativ.de wenden.

'Stranger Things' | Max Slobodda, Foto: Max Slobodda