SUPERRAUM: INVISIBLE

 

INVISIBLE ist eine Solo-Performance von Esther Siddiquie, in der sie sich mit dem Shabbir-Siddiquie-Filmarchiv auseinandersetzt, das aus filmischen Dokumentationen von UNESCO-Welterbestätten besteht. Die Performance verhandelt, was in offiziellen Erzählungen keinen Platz findet.

Die Tochter des Filmemachers tritt als Störung in dieses Archiv ein. Sie bricht Konservierungslogiken, verschiebt Ordnungen, schreibt sich selbst in die Materialien ein, destabilisiert.

Die Performance zeigt, was in den Bildern nicht sichtbar wird. Zwischen dem unvollendeten Bauhaus-Dessau-Filmprojekt (1996–2016) und Erinnerungen an die sogenannten „Baseballschlägerjahre“ im Deutschland nach der Wiedervereinigung entstehen Verbindungen zu verdrängten Geschichten: Vertragsarbeiter*innen, Gewalt und koloniale Spuren in der Entstehung kulturellen Erbes.

INVISIBLE ist ein Akt des Nicht-Vergessens – zwischen Körper, Objekt und Erinnerung.

Die Performance ist auf Englisch.

Künstlerische Leitung, Choreografie und Performance: Esther Siddiquie
Installation: Sabine Gorski

Research Advice: Adrian Heathfield
Outside Eye: Nitsan Margaliot

Performances am: 03.07. | 10.07. | 17.07. um jeweils 19:00 Uhr

Dauer: 50 min

Ort: SUPERRAUM, Brückstr. 64, 44135 Dortmund

Die Installation ist vom 03. bis 17. Juli 2026 jeweils donnerstags und freitags von 16 bis 19 Uhr sowie samstags von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

Unterstützt durch:
DORTMUND KREATIV, storyLab kiU (Fachhochschule Dortmund) und atelier automatique


Esther Siddiquie (Bochum) ist Künstlerin, Choreografin und Forscherin. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit somatischen und performativen Zugängen zu Archiv, Erinnerung und kulturellem Erbe sowie mit kolonialen und institutionellen Bewahrungsstrukturen. Ihre Arbeiten wurden u. a. am ICA London, CAC Vilnius, Tanzhaus NRW, Sadler’s Wells London und im New Lab New York gezeigt. Sie ist zweifache DAAD-Stipendiatin und kuratierte 2025 gemeinsam mit Gee Wesley (MoMA New York) das Symposium Of Things Not Seen: The Body as Witness and Participant.

Sabine Gorski (Dortmund) ist Diplom-Designerin und Szenografin. Nach ihrem Studium des Objektdesigns an der FH Dortmund und einer Weiterbildung für Bühnen- und Filmkostüm in Düsseldorf arbeitete sie als Ausstattungsassistentin am Theater Dortmund. Seit 2002 ist sie freiberuflich als Szenografin, Kostüm- und Bühnenbildnerin tätig. Sie realisierte Projekte u.a. für das Museum Ostwall / Dortmunder U, das Theater im Depot Dortmund, die Junge Oper Dortmund und den HMKV.


 

INVISIBLE (Foto: Miguel Castillo)