Zum 1. Dezember 2026 wird die Kunstwissenschaftlerin Julia Reich die neue Künstlerische Leiterin des Dortmunder Kunstvereins. Ihr Programm startet ab dem Frühjahr 2027.
„Julia Reich übernimmt Verantwortung für einen Kunstverein, der sich über viele Jahre hinweg ein eigenständiges und international beachtetes Profil erarbeitet hat. Mit ihr gewinnt der Dortmunder Kunstverein eine Perspektive, die das Vergangene würdigt und zugleich neue Impulse für die Zukunft setzt. Gemeinsam mit dem Team und dem Vorstand wird ein neues Kapitel mit kuratorisch-künstlerischem Mut und strategischem Blick geschrieben. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit“, sagt die Vorstandsvorsitzende Marion Edelhoff.
„Es freut mich außerordentlich, an die offene und experimentierfreudige Haltung des Dortmunder Kunstvereins anzuknüpfen und die langjährig gewachsene internationale Vernetzung weiter zu stärken. Die Geschichte und die diversen Alltagsrealitäten Dortmunds verstehe ich als Ausgangspunkte für die Entwicklung vielfaltsbewusster und medienübergreifender Fragestellungen, die über ihre lokale Verankerung hinaus in größere gesellschaftliche und internationale Zusammenhänge führen. Dabei steht die Verbindung zwischen der Gegenwartsreflexion der zeitgenössischen Kunst, dem interdisziplinären Diskurs und dem lebendigen Dialog im Zentrum“, erläutert Julia Reich.
Julia Reich (*1987) studierte Kunstgeschichte mit Schwerpunkt auf Medien- und Kulturwissenschaften sowie Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Von 2016 bis 2019 war sie dort als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunstgeschichte tätig und lehrte Gegenwartskunst mit einem Schwerpunkt auf Performancekunst. Anschließend arbeitete sie am DFG-Graduiertenkolleg Das Dokumentarische. Exzess und Entzug an ihrer Promotionsschrift zum Verhältnis von Langzeitperformances und ihrer Dokumentation. Von 2022 bis 2024 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Sonderforschungsbereich-Projekt Virtuelle Kunst an der RUB.
Ihre berufliche Laufbahn ist eng mit musealen und institutionellen Ausstellungskontexten verbunden. Darüber hinaus arbeitete sie in unterschiedlichen kuratorischen und wissenschaftlichen Kontexten mit Museen sowie Sammlungen und (ko-)initiierte als freie Kuratorin Ausstellungen und Off-Space-Projekte.
Im Bereich des Ehrenamts engagiert sich Julia Reich seit 2024 als kunstwissenschaftliches Mitglied in der Kunstkommission Düsseldorf und seit 2026 als Jurymitglied der Kunstvereinskommission des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen für die Förderung zeitgenössischer Kunst.
Durch ihre letzte Berufsstation bei der Stiftung und Plattform *WESTSTERN, die sich für die Kunstvereine in NRW einsetzt, verfügt sie über wertvolle Einblicke in die Strukturen und Herausforderungen der Kunstvereinsarbeit.
Julia Reich wird im Übergang von Linda Schröer eng begleitet, die die Interimsleitung des Kunstvereins innehat und zum Ende des Jahres nach 14 Jahren neue berufliche Wege einschlägt. Als kuratorische Assistenz hat sie zahlreiche Ausstellungen des Kunstvereins mitentwickelt als auch eigene Ausstellungen realisiert und damit die experimentelle sowie gesellschaftlich offene Programmatik des Kunstvereins entscheidend mitgestaltet.